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© Diözese Eisenstadt/Markus Heuduschits

Liegenschaftsverwaltung mit Staatspreis ausgezeichnet

Am Freitag, dem 13. September 2013 erhielt die Liegenschaftsverwaltung der Diözese Eisenstadt, gemeinsam mit neun weiteren Preisträgern, vom Bundesminister den Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft.

In der Landwirtschaftskammer NÖ wurden insgesamt zehn besonders interessante Projekte der Waldwirtschaft ausgezeichnet.

Österreichs innovative und vielseitige Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter gehen als gutes Beispiel voran. Sie widmen sich ihrer täglichen Arbeit mit fachlicher Kompetenz, Naturgefühl und Erfahrung.
Vielfach führen sie aber ein Schattendasein was die öffentliche Wahrnehmung ihrer Leistungen betrifft. Die hervorragende Waldqualität und die Sicherstellung der umfassenden Waldwirkungen sind der Arbeit der Waldbäuerinnen und Waldbauern zu verdanken. Dies ist leider so selbstverständlich geworden, dass gar nicht mehr hinterfragt wird, welch Einsatz, Engagement und Hingabe zum Wald dafür erforderlich ist.

Der Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft soll Anerkennung zollen und herausragend arbeitende Menschen vor den Vorhang bitten.  Dieses Jahr wurden folgende PreisträgerInnen von der achtköpfigen Jury ausgewählt:
  • Liegenschaftsverwaltung der Diözese Eisenstadt, Bgld.
  • Familie Franziska Lippusch, Ktn
  • Berta und Herbert(sen.) Wimmer, NÖ
  • Josef  Wimmer, OÖ
  • Pankraz Seiwald, Slbg,
  • Wolgang Schwarz, Stmk.,
  • Thomas Leitner, Tirol
  • Christoph Kirmair, Vlbg.,
  • DI Michael Bubna-Litic, Gutsbetrieb Bubna, NÖ
  • Forsnetz Kärnten - Kooperation
(Quelle: www.lebensministerium.at)

Foto: BMLFUW/E. Marschik

Foto: BMLFUW/E. Marschik


Per Mausklick zum Pfarrgrund

In einem Folder der Liegenschaftsverwaltung wird der Grundbesitz der Diözese Eisenstadt als der größte "Fleckerlteppich" des Burgenlandes bezeichnet. Die Zahlen bestätigen diese Definition: Die Gesamtfläche von 4700 ha, davon 400 ha bebaute  Fläche,  2700 ha  Landwirtschaft  und 1600 ha Wald,teilt sich auf 172 Pfarren und 153 Filialkirchen auf. Der Besitz umfasst insgesamt 6000 Grundstücke, die noch dazu oft sehr verstreut liegen. Diese Besitzstruktur  hat es bisher sehr schwer gemacht, einerseits überhaupt den Überblick zu bewahren, andererseits eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung zu sichern. In den waldreichen Gebieten des Burgenlandes verfügt jede Pfarre über eine Waldfläche, max. 42 ha, in den waldarmen Gebieten ist die Waldausstattung schlechter. Dazu kommt noch, dass auch die rechtliche Situation der einzelnen Besitzteile unterschiedlich ist. So gehört ein Teil des Waldbesitzes zu Pfarrpfründen, ein weiterer ist direkt im Besitz der Pfarrkirchen. Auch der Bischöfliche Stuhl selbst verfügt über 440 ha Wald.
Die Bewirtschaftung der vielen Kleinflächen war ständig ein Problem. Oft wurden Flächen vernachlässigt oder nur bei Geldnot genutzt. Auch die Bereitschaft, freiwillig in den Pfarrwäldern zu arbeiten, wurde immer schlechter. Vor allem die starke Zunahme an Pendlern hat sich diesbezüglich negativ ausgewirkt.

Umstellung auf moderne Bewirtschaftungsmethoden
Es  ist eine beispielhafte Leistung der Liegenschaftsverwaltung der Diözese Eisenstadt unter Leitung von Dl Lois Berger, gemeinsam mit Förster Clemens Kugler sowie Büroleiter und GIS­ Manager Matthias Sattler, die Bewirtschaftung dieses in Summe großen Besitzes auf moderne Methoden umzustellen. Drei Entwicklungen sind diesen Bemühungen entgegengekommen:
  1. Der Aufschwung der Biomasse- das Holz dieser Wälder hat wieder einen Wert bekommen.
  2. Die Möglichkeit des Einsatzes moderner Forstmaschinen und
  3. das Internet, das neue Formen der Kommunikation eröffnet
Es war daher der erste und wichtigste Schritt, alle Grundstücke zu erfassen, auf Karten festzuhalten und allfällige Angaben anzufügen. Für alle Waldflächen wurde ein Waldwirtschaftsplan erstellt. Für jede Waldfläche sind Angaben über die einzelnen Bestände, wie Baumarten, Vorrat, notwendige Pflegemaßnahmen, enthalten. Es ist daher sowohl der Liegenschaftsverwaltung  als auch den einzelnen Pfarren möglich per Mausklick, alle erforderlichen Angaben über ein Grundstück via Internet einzusehen.
Die Liegenschaftsverwaltung kann heute ihrer Aufgabe als Aufsichtsbehörde, beispielsweise für die Bewilligung von Schlägerungen, bestmöglich nachkommen. Aber auch die Beratung und verschiedene Serviceleistungen werden dadurch verbessert. Der Zugang zu diesen Informationen ist auf bestimmte Personenkreise beschränkt, so haben zum Beispiel auch die Pfarrgemeinderäte die Möglichkeit, sich über den Waldbesitz der eigenen Pfarre zu informieren.
Schon 1967 wurde damit begonnen, den Besitzstand der Diözese Eisenstadt zu erheben. Aber erst 1991 durch Verwendung von PCs und ab 2004 durch den Einsatz von GIS (= Geografische lnformationssysteme) wurde eine umfassende und einem größeren Personenkreis zugängliche Erfassung und Beschreibung des Besitzes möglich.
Die Forsteinrichtung wurde vom Waldverband Burgenland erstellt. Für diese Aufgabe war 1,5 Jahre ein Förster angestellt. Große Probleme bereitete das Auffinden der einzelnen, oft sehr kleinen Flächen.

Erfolgreiche Waldbewirtschaftung
Mit der Erfassung der einzelnen Waldgrundstücke war die Grundlage für eine ordentliche Bewirtschaftung geschaffen. Erschwerend wirkt sich die im Einzelfall oft komplizierte Entscheidungsfindung aus, da sowohl die Pfarrer als auch die Pfarrgemeinderäte  ihre Einflüsse geltend machen.
Früher wurde meist mit Kiefer und Fichte aufgeforstet. Diese Bestände sind heute teilweise massiv durch Sturm und Borkenkäfer geschädigt. Seit 1996 werden verstärkt Laubbaumarten, vor allem Eiche, gepflanzt. ln allen Fällen sind Wildschutzmaßnahmen notwendig.  Mit  Ausnahme des bischöflichen Besitzes liegen alle Waldflächen im Bereich von Genossenschaftsjagden,  sodass kaum Einfluss auf die Jagd besteht.
Nutzungen werden in enger Absprache zwischen Liegenschaftsverwaltung und Pfarren durchgeführt. Die Initiative zu Nutzungen kann von der Liegenschaftsverwaltung ausgehen, zum Beispiel, wenn Maschineneinsätze in einem bestimmten Gebiet geplant sind, oder von den Pfarren, wenn ein Holzbedarf für Renovierungsarbeiten besteht. Holzernte und Holzverkauf werden überwiegend über den Waldverband Burgenland durchgeführt. Die Mitarbeit ehrenamtlicher Personen wird leider immer geringer.
Es ist eine beispielhafte Leistung der Liegenschaftsverwaltung der Diözese Eisenstadt, die Entwicklungen auf den Sektoren Internet, GIS, Harvestereinsatz, überbetrieblicher Zusammenarbeit mit dem Waldverband erkannt zu haben und diese Möglichkeiten zweckbringend für die kirchlichen Wälder einzusetzen.

Quelle: Österreichische Forstzeitung „Staatspreis 2013“