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© Diözese Eisenstadt/Markus Heuduschits

"Rio+20": Heimische Bischöfe appellieren für ein Umdenken


Aufruf zum "grundlegenden Wandel hin zum verantwortungsvollen Lebensstil in Respekt vor der Schöpfung"

Mariazell - Rio de Janeiro, 21.06.12 (KAP) "Es ist an der Zeit,
umzudenken": Dafür hat die Österreichische Bischofskonferenz angesichts des UN-Umweltgipfels "Rio+20" in Brasilien plädiert. Es gehe "um nichts weniger als um die gemeinsame Verantwortung der einen Welt für Schöpfung und Menschheit", so die Bischöfe in einer Erklärung nach ihrer Sommervollversammlung von 18. bis 20. Juni in Mariazell. Man bestärke Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft "in ihrem weltweiten Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung". An die Bundesregierung richteten die Bischöfe erneut den Appell, "die Kürzungen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen und zusätzliche Mittel für den Auslandskatastrophenfonds bereitzustellen".

"Die Probleme sind seit dem 'Erdgipfel' vor 20 Jahren nicht kleiner geworden", erinnern die Bischöfe. Die Bewältigung der anstehenden Krisen und Bedrohungen könne aber nur gelingen, "wenn Umkehr, Veränderung und Verzicht in neuer Weise entdeckt und gelebt werden".
Sie riefen zu einem "grundlegenden Wandel hin zu einem einfachen und verantwortungsvollen Lebensstil in Respekt vor Gottes guter Schöpfung" auf. Der Erfolg eines Landes müsse daran bemessen werden, "wie eine Volkswirtschaft Armut reduziert, Arbeitsplätze schafft und ökologische Nachhaltigkeit und soziale Stabilität verbessert".

Zahlreiche kirchliche Hilfseinrichtungen und Initiativen hätten im Vorfeld von "Rio+20" an die Bundesregierung Vorschläge und Forderungen gerichtet. "Sie sind Ausdruck eines konkret gelebten Glaubens und sollen von den Christen beachtet werden", so die Bischöfe. Neben der Forderung, Kürzungen bei der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen, solle Österreich auch "einen verbindlichen Stufenplan zur Erhöhung der finanziellen Mittel" dafür festlegen. Konkret unterstützt die Bischofskonferenz die Bemühungen der Regierung um die Einführung einer
Finanztransaktionssteuer: "Die damit lukrierten Einnahmen sollten zur Armutsbekämpfung verwendet werden", hieß es in der Erklärung.

"Denn was bedeutet schon Wachstum, wenn es nicht auch die Ärmsten erreicht und ihr Leben verbessert?", so die Bischöfe. Auch dürfe der wirtschaftliche Erfolg eines Landes nicht "auf Kosten von Verwüstung und Zerstörung der natürlichen Ressourcen" erreicht und somit die "Lebenschancen nachkommender Generationen" gemindert werden.


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